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Hallo,
das Problem, eine bereits feste Partnerin erst in meine Vorlieben
einweihen zu müssen, hatte ich noch nie. Eine Partnerschaft
entwickelt sich bei mir immer erst aus einer Affäre, und in
einer Affäre gibt es Sex, und zum Sex gehört für
mich Piss Play. Schwierig ist es aber bei den ersten Treffen, wie
man das Thema am besten angeht. Das hängt für mich dann
davon ab, in welchem Rahmen das Treffen stattfindet. Ich bin eine
lesbische SM-erin, und auf SM-Playparties ist es einfach. Wenn ich
dort mit einer mir noch unbekannten Frau spielen möchte, sage
ich im Vorgespräch Dinge wie "Ich mag es gern, wenn ich
erregt bin, auch zu pinkeln. Ist das okay für ich? Wenn ja,
dann hab ich eine wasserdichte Unterlage dabei." Die meisten
Menschen, die sich mit SM beschäftigen, sind zumindest darüber
informiert, daß es diesen Fetisch gibt - sie reagieren auf
solche Anfragen freundlich-neutral, meist mit "naja, meinetwegen"
(also nicht übermäßig begeistert, aber auch nicht
brüsk ablehnend), selten mit "sorry, nicht mein Ding"
(also ablehnend, aber dabei durchaus freundlich) und mit etwas Glück
auch mit "sehr gern, das mag ich selbst". Je nachdem,
ob die Frau dann eher duldend der zugeneigt der Pinkelthematik gegenübersteht,
kann sich darauf aufbauend mehr oder weniger in dieser Richtung
entwickeln, aber zumindest ist die Grundbasis geschaffen.
Schwieriger ist es mit Frauen, die ich außerhalb der SM-Szene,
z.B. in einer Vanilla-Lesbenbar oder auch sonstwo im Alltag (wo
dann erst noch die Frage der sex.Orientierung zu klären ist)
kennenlerne. Wenn ich sie auf o.g. Art und Weise direkt anspreche,
ob Piss Play für sie in Ordnung ist, habe ich leider die Erfahrung
gemacht, daß die Begegnung dann oft sofort gleich ganz gelaufen
ist. Eine ablehnende Reaktion ist hier selten freundlich-sachlich,
sondern oft sehr emotional: entsetzt, angeekelt, manchmal beleidigend.
Da ich mich von Beleidigungen leicht gekränkt fühle, versuche
ich solche Situationen zu vermeiden.
Als besser hat es sich erwiesen, es "währenddessen"
drauf ankommen zu lassen. Das geht nur, wenn die Begegnung bei mir
daheim stattfindet, denn mein eigenes Bett kann ich vorher passend
unauffällig mit einem Inkontinenzlaken vorbereiten, während
man in fremde Betten besser ohne Vorabsprache besser nicht hineinstrullt.
(In fremden Wohnungen geht es evtl. ddann auch, wenn dort zufällig
ein Ledersofa auf einem gut abwaschbaren Boden steht.) Hier ist
es möglich, die Reaktion zunächst anzutesten: ein paar
Tropfen pieseln und Augenkontakt bewahren, um sofort die Reaktion
mitzukriegen. Fällt dann im falschen Moment dennoch ein "Igitt",
kann das leider ein ziemlicher Absturz aus der Geilheit sein. Dennoch
ist die Wahrscheinlichkeit, daß das Gegenüber hier auch
mitmacht (Augenkontakt ist ganz, ganz wichtig!), gar nicht so gering
- zumindest meiner Erfahrung nach höher als bei direkter Frage.
Das scheint daran zu liegen, daß sich die Leute bei der Frage
zunächst werweißwas vorstellen und zudem zu kopfig an
das fremde Thema herangehen, während sie in der Session selber
fühlen und sowohl die eigene -situationsbedingte- und meine
-pissbedingte- Geilheit hautnah spüren - dabei wird dann auch
klar, daß darin -zumindest in der Art, wie ich priva bevorzugt
Pissplay betreibe- auch keine Demütigung liegt.
Viel Erfolg!
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